Wohin mit dem ganzen Kohl?

Herbstzeit ist für mich auch immer so ein bisschen Kohlzeit. Eigentlich ist das ja nicht ganz richtig, denn irgendein Kohlgemüse gibt es ja immer: z.B. Kohlrabi, Blumenkohl oder Brokkoli. Der Herbst steht für mich dann eher für Weiß-, Rot- oder Spitzkohl, Rosenkohl oder Chinakohl, also eher die Kopfkohlsorten. Die lassen sich auch bis in den Winter hinein lagern.

Kohlgemüse steht ja ein bisschen im Verruf, da der ein oder andere Kohl unschöne Darmwinde hervorruft. Dennoch ist Kohlgemüse sehr gesund, denn es hat wenig Kalorien, enthält dafür viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Beta-Karotin, Vitamin C und Vitamin B6, Folsäure, Mineralstoffe sowie Spurenelemte (v.a. Eisen).
Kohlgemüse enthält außerdem viele sogenannte Flavonoide. Die Flavonoide sollen freie Radikale und Zellgifte binden können und somit als Antioxidantien krebshemmend wirken.

Ernährungstechnisch ist Kohl also ein interessantes Lebensmittel für eine gesunde Ernährung. Neben Obst und anderem Gemüse ist es im Herbst und Winter ein wichtiger natürlicher Lieferant von Vitamin C.

In unserer Bio-Kiste war in letzter Zeit auch wieder einiges an Kohl dabei, was uns in die Verlegenheit brachte das ein oder andere Rezept zu suchen. Wir wollen euch hier die drei leckersten vorstellen:

  1. Chinakohlsalat mit Granatapfel
  2. Spitzkohl mit Zitronensauce
  3. Weißkohl-Curry

Chinakohlsalat mit Granatapfel

Zutaten:
ein Chinakohl
ein Granatapfel
eine Zitrone
5 EL Distelöl
1 EL Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Zunächst die äußeren Blätter vom Chinakohl entfernen und ihn dann halbieren. Den Strunk rausschneiden und den Kohl anschließend in Streifen schneiden. Der Chinakohl muss m.E. nicht unbedingt gewaschen werden. Wer mag kann das aber noch tun und ihn anschließend trocken schleudern. Danach die Kerne aus dem Granatapfel puhlen und zum Salat geben. Aus dem Öl, etwas Zitronensaft, dem Zucker sowie Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen und über den Salat geben. Mit Zitronensaft je nach Geschmack nachwürzen.

Spitzkohl mit Zitronensauce

Zutaten:
Spitzkohl (ca. 500g)
3 EL Butter
8 EL Gemüsebrühe
1 TL Bio- Zitronenschale
2 TL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
1 EL gehackte Petersilie

Zubereitung:
Spitzkohl putzen und in Spalten schneiden. Strunk so herausschneiden, dass die Blätter noch zusammenhängen.
1 EL Butter in einer Pfanne zerlassen, Spalten darin von beiden Seiten 1-2 Minuten anbraten. 8 EL Gemüsebrühe hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und zugedeckt 8-10 Minuten garen.
Für die Sauce 2 EL Butter zerlassen und bei milder bis mittlerer Hitze leicht bräunen. Anschließend 1 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale, 2 TL Zitronensaft, etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuss zugeben. Spitzkohlspalten aus dem Garsud heben, mit Zitronenbutter anrichten und mit 1 EL gehackter Petersilie bestreut servieren.
Dazu passen z.B. Fettucine oder ein frisches Baguette.

Weißkohl-Curry

Zutaten:
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 20 g)
1 rote Chilischote
500 g Kartoffeln
1 kleiner Weißkohl (ca. 750 g)
2 EL Olivenöl
2 TL rote Currypaste
425 ml Dosentomaten
250 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 Prise Rohrzucker
3 Stiele glatte Petersilie
50 g ungesalzene Erdnusskern

Zubereitung:
Zunächst Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und alles fein hacken. Chilischote waschen, längs aufschneiden, entkernen und in dünne Streifen schneiden.
Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden.
Weißkohl vierteln, den Strunk entfernen und den Kohl in feine Streifen schneiden. Kurz in einem Sieb abspülen und gut abtropfen lassen.
Öl in einem Wok erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Chiliringe darin bei mittlerer Hitze andünsten. Currypaste unterrühren und kurz anrösten.
Kartoffeln und Weißkohl zugeben und unter Rühren ebenfalls kurz andünsten. Tomaten samt der Flüssigkeit zufügen und mit einer Gabel leicht zerdrücken.
Gemüsebrühe dazugießen. Alles mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker würzen und zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten garen.
Inzwischen die Petersilie waschen, trockenschütteln, Blätter abzupfen und fein hacken.
Erdnüsse grob hacken. Das Weißkohl-Curry nochmals abschmecken. Petersilie und Erdnüsse darüberstreuen und servieren.

Na dann: Viel Spass beim Nachkochen. Lasst es euch schmecken! 🙂

Im Rausch der Weichmacher

Nachdem wir uns das letzte halbe Jahr auf unseren bedürfnisintensiven Junior konzentriert haben, kehrt langsam wieder Ruhe in die Abende ein und damit die Möglichkeit uns wieder um unseren Blog zu kümmern. Interessante Themen springen uns wieder ins Auge und damit sprudeln auch wieder die Ideen was und worüber man schreiben möchte.

Vor kurzem lief in der ARD Mediathek die Doku „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“, über die ich an dieser Stelle eigentlich schreiben wollte. Leider waren wir einen Tag zu spät dran und konnten sie uns nicht mehr anschauen. Hier aber mal der Trailer:

Statt dessen schauten wir dann die nicht weniger interessante Doku „Plastic Planet“ von Werner Boote. Wir hatten schon immer mal rumgesponnen wie es wohl wäre plastikfrei oder zumindest plastikarm zu leben und so war das ebenso ein willkommenes Thema für unsere Abendunterhaltung.

Plastic Planet Beitragsbild

Werner Boote zeigt in seiner eineinhalbstündigen Doku auf, dass wir nach Steinzeit, Bronzezeit und Industrialisierung inzwischen im Plastikzeitalter angekommen sind. Plastik ist allgegenwärtig: in unserer Kleidung, um unsere Nahrungsmittel, in unseren Kosmetika, unter der Erde, über der Erde, im Wasser der Weltmeere und so weiter und so fort. Es wurde inzwischen so viel Kunststoff produziert, dass man die Erde sechs Mal in Plastikfolie einwickeln könnte.

Plastik und Kunsstoffe verursachen eine Vielzahl von Problemen. Es entstehen riesige Müllberge, Plastikabfälle verschmutzen die Weltmeere und Wüsten und viele Kunststoffe und deren Inhaltsstoffe stehen im Verdacht Gesundheitsschäden hervorzurufen. Werner Boote zeichnet eine Welt, die ohne Plastik nicht mehr existieren kann und gleichzeitig lernen muss mit den Herausforderungen, Problemen und Risiken umzugehen.

Anschauen lohnt sich! Wer jetzt neugierig geworden ist, findet die Dokumentation auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

Und was denken wir über den Film und über Kunststoffe? Die Doku fanden wir sehr gut. Sie ist leicht verständlich und teilweise sogar recht unterhaltsam. Man bekommt ein sehr gutes Gefühl dafür wo um uns herum überall Kunststoffe existieren und welche Probleme damit einhergehen. Man sieht die Welt anschließend schon mit anderen Augen. Leider kommen die Alternativen ein bisschen zu kurz, weshalb wir am Ende leicht deprimiert waren, da man das Gefühl hat irgendwie nicht wirklich etwas tun zu können.

Für mich persönlich steckt der größte Wiederspruch nach wie vor darin, dass man vermeintlich nachhaltige Produkte in Plastik wickelt. Das fängt z.B. bei der Bio-Gurke an. Da will man bewusst leben und wird so schnell wieder ausgebremst. Am Ende ist ein plastikfreies Leben also vielleicht eine Utopie. Unser Anspruch ist aber zumindest so plastikarm wie möglich zu leben und bewusst zu entscheiden wo wir Kunststoffe akzeptieren können und wo nicht. Mit jeder Neuanschaffung im Haushalt werden wir uns sehr genau überlegen ob es vielleicht auch eine plastikfreie Alternative gibt. Ein paar kleine Veränderungen im Alltag kann jeder schhnell umsetzen:

  • Seife am Stück statt Flüssigseife aus dem Spender
  • eigener Thermobecher statt Coffee to-go
  • Glasflaschen statt Einwegflaschen
  • Jutebeutel statt Einkaufstüte
  • Kochlöffel aus Holz statt aus Plaste

Und dann gibt es da noch sogenannte Bio-Kunststoffe – Kunststoffe, die z.B. aus Maisstärke hergestellt werden und biologisch abbaubar sind. Deren Produktion ist noch recht aufwändig und die Verbreitung noch recht gering. Aber es bleibt zu hoffen, dass diese Kunststoffe mal zu einer echten Alternative werden, wenn die Frage nach dem Anbau der Rohstoffe einmal geklärt ist.

Guten Tag Frau Puntarella!

Na guten Tag, wer sind denn Sie?
Da waren wir dann doch etwas überrascht, wer uns da aus der Öko-Kiste entgegen lacht. 🙂

Seit drei Wochen bekommen wir nämlich wieder eine Bio-Kiste. Da wir mal einen anderen Anbieter testen wollten (letztes Jahr hatten wir die Kiste vom Linke-Hof), haben wir uns für den Bio-Lieferdienst „Ökokiste Leipzig“ entschieden. Geliefert wird vom Lobacher Hof in Kreuma: Hof-eigene Produkte, sowie Zugekauftes aus der Region und der ganzen Welt.

Dort werden ganz unterschiedliche Kisten in unterschiedlichen Größen angeboten – zum Beispiel gibt es die Gemüsekiste, Schonkostkiste, Singlekiste, Pausenkiste und viele mehr im Abo. Zusätzlich kann man Obst, Gemüse aber auch jegliche andere Produkte wie Backwaren, Öl, Saatgut, Milchprodukte und und und im Online-Shop (dazu) bestellen.

Bisher sind wir begeistert von der Kiste. Die Bestellung war unkompliziert, genauso wie die Lieferung und man kann Gemüse, das man gar nicht mag abbestellen oder Extras dazu bestellen. Das Beste ist aber, dass man Gemüse ins Haus bekommt, das man im Geschäft nicht unbedingt kaufen oder gar erhalten würde. So auch das grüne Etwas aus der letzten Kiste, das uns beiden unbekannt war und wir erstmal einen Blick auf den Lieferschein werfen mussten bevor wir es mit Namen ansprechen konnten: Puntarelle

Da wir selbst nicht wissen, was wir da eigentlich vor uns haben, klaue ich bei Cucina Piccina mal eben die Erklärung: „Puntarelle sind im Grunde die innen liegenden Spitzen des Catalogna cimata, einem Zichoriengewächs, das später zu voller Größe herangewachsen als Löwenzahn („Catalogna“) verkauft wird – nicht die zarten Blätter, die bei uns auf den Wiesen wachsen, sondern die Riesenvariante mit den langen, dunkelgrünen, gezackten Blättern.“
Bei uns ist der „Löwenzahn“ auch als Vulkanspargel bekannt.

Und was machen wir nun damit? Die Auswahl an Rezepten ist auf den ersten Blick recht überschaubar. Klassisch italienisch werden die Puntarelle wohl mit Sardellen serviert. Wir entscheiden uns aber lieber für eine vegetarische Variante:
Linguine mit Puntarelle und Pilzen

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Rezept für 2 Personen:
Die Blütenknospen eines Puntarella-Kopfes herauslösen (aus den außen liegenden Blättern kann man einen Salat zubereiten) waschen und längs halbieren.

250 g Linguine in Salzwasser al dente kochen.

Eine kleine Zwiebel fein würfeln und eine Knoblauch-Zehe in feine Scheiben schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch ein paar Minuten anschwitzen (bei eher geringer Hitze), aber nicht bräunen. Die Knospen der Puntarella dazu geben und ca. 10 Minuten sanft braten.

200 g braune Champignons in nicht zu feine Scheiben schneiden und in die Pfanne geben. Ein paar Minuten weiter braten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Pasta auf Teller geben, darauf die Gemüsemischung verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Guten Appetit!

 

 

Fazit unseres BIO-Monats Januar

In Kürze:

  • Wir sind (noch) nicht konsequent genug.
  • Wir können, wenn wir wirklich wollen.
  • Wir müssen mehr Bilder machen und die Artikel besser planen.

Und nun nochmal ausführlich:
Das Jahr ist schon wieder um einen Monat ärmer und wir um eine mehr oder weniger gemeisterte Herausforderung reicher. Wir hatten uns vorgenommen einen Monat lang ausschließlich BIO einzukaufen. Doch was kauft man eigentlich im Monat so ein und was bedeutet eigentlich „bio“?

Vereinfacht kann man sagen, dass wir in den drei Kategorien Lebensmittel, Kosmetik/Drogerieprodukte und Sonstiges eingekauft haben. Unter Sonstiges fallen dann allerhand Dinge wie Fotoecken, ein Fahrradschlauch, Geburtstagsgeschenke für den Junior, Batterien, Schleifpapier und einiges mehr.

Die Bio-Siegel
Was bei Lebensmitteln in Deutschland als „bio“ gilt, lässt sich noch recht schnell und einfach definieren. Hierfür ist mindestens das EU-Bio-Siegel erforderlich. Dieses Siegel setzt einen Mindeststandard bei Lebensmitteln. Hier kommen politische sowie lokale Interessen verschiedener Länder zum Tragen, weshalb der Standard meines Erachtens nicht besonders hoch angesetzt ist. Es ist aber definitiv ein Anfang. Darüber hinaus gibt es noch diverse Siegel von privaten Verbänden wie Bioland, Naturland oder Demeter. Diese Verbände gestalten die teilweise recht allgemein gehaltenen Vorgaben der EU detaillierter und oft auch weit strenger aus.

Um es kurz zu machen: Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte man einen Blick auf die Rückseite des Produktes riskieren und nach folgenden Siegeln Ausschau halten egal ob vorne drauf nun Rossmann-Bio, Rewe-Bio oder eine beliebige andere (Eigen-)Marke drauf steht.

Bei Kosmetik und anderen Drogerieartikeln wird es schon etwas komplizierter. Hier gibt es keine EU Vorgaben oder sonstige rechtliche Definitionen. Die Siegel stammen ausschließlich von privaten – zum Teil nonprofit – Verbänden. Am verbreitetsten ist meiner Wahrnehmung nach das Natrue Siegel. Wir achten bei unseren Einkäufen auf diese Siegel:

Alles was bei uns unter Sonstiges fiel, gibt es entweder nicht bio-zertifiziert oder allenfalls mit reichlich um die Ecke denken. Ihr könnt ja mal nach „Bio Fahrradschlauch“ googeln. 😉 Hier wäre dann der nächste Anspruch nicht verschwenderisch mit den Materialien umzugehen. Also z.B. Schlauch flicken anstatt einen neuen zu kaufen.

Und was sind nun unserer ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Anspruch einen Monat nur bio einzukaufen?
Nachdem die erste Woche noch ausbaufähig war, verlief die zweite Woche schon wesentlich koordinierter. Hier haben wir es tatsächlich geschafft alles bio einzukaufen. In der dritten Woche haben uns verschiedene Rahmenbedingungen wie ernsthafte Sorgen um den kleinen Junior sowie der Kindergeburtstag des großen Juniors wieder etwas zurück geworfen. In der vierten Woche hatten mich dann alle verlassen – nein, nicht wegen des Bio-Anspruchs! 😀 Da noch ausreichend Reste da waren, kam ich nicht in die Verlegenheit (Lebensmittel) einzukaufen.

Zurückblickend empfinde ich den Einkauf von Bio-Lebensmitteln als recht unproblematisch. Die meisten Supermärkte verfügen inzwischen über ein breites Bio-Sortiment. Wir gehen des Öfteren bei Rewe einkaufen. Dort gibt es eine sehr große Bio-Auswahl, angefangen von Obst und Gemüse über Käse und andere Milchprodukte bis hin zu Konserven oder Backzutaten. Neben der EU-Zertifizierung haben viele Rewe-Artikel auch eine Naturland-Zertifizierung, was ich grundsätzlich als sehr positiv bewerte.

Doch Rewe hat nicht alles im Angebot, was das Bio-Herz so braucht. Dann heißt es improvisieren oder doch nochmal den Bio-Laden aufsuchen. Gerade der letzte Punkt war für uns besonders schwierig, da es für uns aktuell eher Stress bedeutet den Einkauf in verschiedenen Läden zusammen zu stückeln. Besonders zu spüren haben wir das beim Thema Backwaren, also Brot und Brötchen, bekommen. Hier fanden wir aber schnell einen Ausweg indem wir einfach selbst gebacken haben. Das passende Brötchenrezept müssen wir zwar noch finden, jedoch ist es eine wirkliche Alternative öfter mal selbst den Ofen anzuwerfen. Überzeugt euch selbst:
projekt_unverbluemt_selbstgebackenes_brot
Meine persönliche Herausforderung war darüber hinaus das tägliche Mittagessen auf Arbeit. Hier musste ich recht schnell alle Regeln außer Kraft setzen um nicht zu verhungern. Die Alternative wäre entweder sich etwas vorzukochen oder auf Fertigessen zurück zu greifen. Ersteres wäre auf alle Fälle wünschenswert, die halbe bis ganze Stunde Zubereitungszeit am Abend nutze ich derzeit jedoch um Kristina mit dem kleinen Junior zu unterstützen wo ich kann. Fertigprodukte gehen in meinem Kopf nur bedingt mit dem Bio-Gedanken zusammen. Also bin ich mit den Kollegen in die konventionellen Bistros geschlendert, nicht zuletzt auch wegen der Angst vor der sozialen Isolation. 😉

Bei Kosmetik und anderen Drogerieartikeln stellt sich mir immer wieder die Frage wie sich Naturkosmetik mit Plastikflaschen vereinbaren lässt. Hier nehmen sich aber alle Anbieter nichts. Nahezu alle Artikel von Duschbad über Shampoo, Creme und Zahnpaste sind in Plastikbehältnissen verpackt. Freilich was ist die Alternative? Glasflaschen? Die lassen sich schlecht ausdrücken und sind in der Wanne/Dusche womöglich auch nicht ganz ungefährlich. Aber da werden nun größte Anstrengungen unternommen um Mineralöle aus der Kosmetik zu bekommen und dann wird es in Plastik verpackt. Aber ich schweife ab.

So generell können wir Weleda oder Lavera empfehlen. Doch auch die Eigenmarken von dm (alverde) und Rossmann (alterra) erfüllen unsere Anforderungen. Schwierig wird dann die Beurteilung von Schminke oder Wattestäbchen. Das größte Problem hatte ich mit Zellstofftaschentüchern und Toilettenpapier. Will man Zellstoff aus Bio-Produktion wirklich kaufen? Man stelle sich das mal vor: Ein Wald, der unter biologischen Aspekten extra herangezogen wird um daraus Zellstoff zu produzieren. Da macht Recycling doch irgendwie mehr Sinn. Mein Traum: Taschentücher aus recyceltem Papier, das ursprünglich aus zertifiziertem Anbau stammt. Bis dahin ist noch ein bisschen Weg.

Interessant wurde es dann immer wieder bei sonstigen Gebrauchsgegenständen. Hier mussten wir regelmäßig unsere Ansprüche weit zurückschrauben. Meine größte Sorge: Was schenken wir dem Star Wars Fan zu seinem siebten Geburtstag? Über Holzbausteine aus garantiert biologisch zertifizierter Herstellung hätte er sich leider nur begrenzt gefreut. Den Schlauch für den Kinderwagen habe ich immerhin im Bio-Kinderladen bekommen. Ich vermute zwar, dass daran wenig bio war, aber er hatte zumindest keine unnötige Verpackung. Meine letzte Grenze habe ich dann im Baumarkt erreicht, als ich Schleifpapier und Silikon benötigte. Dabei kam mir aber eine grandiose Geschäftsidee: ein Bio-Baumarkt. Ich befürchte nur, dass der auf Grund eines sehr überschaubaren Sortiments dann lediglich 20qm groß wäre. Gern lasse ich mich eines Besseren belehren.

Unser Fazit
Am Ende bleiben einige Fragezeichen und Zweifel. Verstärkt auf Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Herstellung zu achten ist auf alle Fälle sinnvoll, darüber muss man sich nicht streiten. Aber macht es nun mehr Sinn die sauber geputzten Kartoffeln im Plastiknetz aus Österreich zu kaufen nur weil sie bio sind oder die daneben, die aus der Region kommen, in der Papiertüte verpackt sind und an denen noch der Dreck klebt? Oder ein anderes Beispiel: Entscheidet man sich für die TK-Brötchen aus einer namenlosen deutschen Großbäckerei oder doch lieber für den regionalen Bäckerbetrieb?
Zum Schluss kann ich resümieren, dass uns ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln extrem wichtig ist, sowohl beim Einkauf als auch bei der Verarbeitung. Hierbei wird es uns aber auch in Zukunft nicht ausschließlich auf bio ankommen, sondern auch auf Regionalität.

Ein Ausblick auf die nächste Herausforderung
Im Februar werden wir uns schon einmal dem Frühjahrsputz widmen. Das Wetter draußen gibt uns ja Recht. Wir möchten folgende Frage nachgehen: Welche Dinge besitzen wir, die wir eigentlich gar nicht brauchen? Und wir möchten nur das Einkaufen was wir wirklich (dringend) benötigen. Außerdem beginnt am 10.02. die Fastenzeit. Noch eine Gelegenheit einmal darüber nachzudenken auf was wir verzichten können.

Hier noch ein paar interessante Links zum Nachlesen:
http://naturkosmetik-zertifizieren.de/wp-content/uploads/2012/12/Raus-aus-dem-Label-Dschungel.pdf
http://biodukte.de/biosiegel
http://www.klimamarkt2050.de/Auf_diese_Siegel_achten.html

Hals über Kopf in die erste Bio-Woche

Ist es eigentlich möglich ausschließlich Bio-Produkte einzukaufen? Dieser Frage wollen wir uns im Januar stellen. Am besten natürlich so, dass sich der Einkauf gut in unseren Familienalltag integrieren lässt, also keinen großen Mehraufwand verursacht und auch keine großen Mehrkosten. Und als zweite Frage – ist „Hauptsache Bio“ denn überhaupt sinnvoll?

Die erste Bio-Woche ist bereits geschafft… nun, was ist unser Eindruck?
Gestartet sind wir recht zuversichtlich, da wir ja zum Großteil eh schon Bio einkaufen. Über die ein oder andere Hürde sind wir aber doch gestolpert.

Beim großen Wocheneinkauf am Anfang der Woche ist uns erstmal aufgefallen, dass etwas weniger im Einkaufskorb gelandet ist als sonst üblich… was jedoch nicht bedeutet, dass wir die Woche gehungert haben.
Viel eher sind wir von unserem Standard- Repertoire an Käse und Gerichten abgewichen und wieder etwas kreativer geworden, was Alternativen betrifft. Ein besonders leckeres Essen diese Woche war ein gebackener Rote-Bete-Kartoffel-Salat (Rezept findet ihr ganz unten).

Dennoch gibt es deutlich weniger Auswahl an Obst und Gemüse, wenn man Bio im Supermarkt einkaufen will.  Um unsere Gemüseauswahl etwas zu erweitern haben wir daher beschlossen wieder eine Bio-Gemüsekiste zu bestellen.

Ausnahmen haben wir diese Woche bei Brot und Brötchen gemacht. Da wir keinen Bio-Bäcker im Viertel haben, haben wir uns zunächst mit Bio-Brot von REWE und Bio-TK-Brötchen begnügt… dabei waren wir uns jedoch schnell einig, dass es Quatsch ist TK-Ware zu kaufen , die haben sicherlich keine gute CO²-Bilanz und sind auch nicht so lecker. Also gab es Mitte der Woche doch mal konventionelles Brot. Kurz vor dem Wochenende kam Micha dann zum Glück noch an er Naturbackstube in Connewitz vorbei, so dass wir am Wochenende doch beste Bio-Backwaren auf dem Teller hatten.
Für die kommende Woche habe ich mir vorgenommen mal selbst Brot zu backen und wir werden versuchen auf unseren Alltagswegen die guten Bio-Bäcker anzusteuern.

Was haben wir gekauft was gar nicht Bio war? Neben der Brot-Ausnahme haben wir eigentlich nur Gebrauchsgegenstände gekauft, die nicht „Bio“ zu kriegen waren:  Fotoecken, einen neuen Schlauch für das Kinderwagen-Rad, einen Pezzi-Ball… Aber Gebrauchsgegenstände werden dann wohl nochmal ein Thema für sich.

Also dafür, dass wir einfach mal blindlings in die erste Bio-Woche gestolpert sind, haben wir das schon mal gar nicht so übel gemeistert. Die zweite Woche wollen wir aber doch etwas organisierter angehen. Also besser planen, wer wann wo was einkauft, so dass wir gute Bio-Ware haben und sich trotzdem Zeitaufwand und Ausgaben nicht verdoppeln… auch die Recherche nach einer guten Bio-Kiste steht an und unsere Drogerie-Einkäufe wollen wir nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Also ab in die nächste Runde!

 

Gebackener Rote-Bete-Kartoffel-Salat (aus „Vegetarisch durchs ganze Jahr“, GU-Verlag)
Den Backofen auf 200° Umluft vorheizen. 750 g möglichst kleine Rote Beten schälen und in Spalten schneiden. 500 g Kartoffeln gründlich säubern und ungeschält in Spalten schneiden. In eine Schüssel geben und mit 4 EL Olivenöl, 1 TL (grobem) Salz und etwas Pfeffer vermengen. Im heißen Ofen (Mitte) 35-40 min knusprig backen.
Inzwischen 1 gehäuften EL milden Honig und 3 EL Aceto balsamico bianco, Salz und Pfeffer und weiteren 2-3 EL Olivenöl verrühren.
Blech aus dem Ofen nehmen. Das Gemüse in eine Schüssel füllen, mit der Sauce beträufeln und 10 min. ziehen lassen. Den Salat am besten noch lauwarm servieren.
Schmecken lassen!

 

Zwischen den Jahren

Das eine Jahr ging zu Ende, ein neues begann und dazwischen waren wir hin und her geschüttelt zwischen Ausruhen und Tatendrang. Weihnachten verbrachten wir in Familie in besinnlicher Gemütlichkeit bei (viel) guten Essen und interessanten Gesprächen. Anschließend ließen wir das alte Jahr Revue passieren und planten unsere Vorhaben für das Neue. Silvester haben wir dieses Jahr (wieder) im Bett verbracht und machten uns anschließend gleich voller Spannung und Vorfreude an die Umsetzung unserer Vorsätze.

Aber nochmal langsam:
Es war ja Weihnachten. Die Vorweihnachtszeit empfand ich als wenig weihnachtlich, was wohl überwiegend den Temperaturen geschuldet war. Und doch habe ich diese Zeit noch nie so bewusst wahrgenommen und hinterfragt. Braucht man einen Weihnachtsbaum? Wenn ja woher? Kommt der Weihnachtsmann oder das Christkind? Wieviel schenkt man und was? Werden die Geschenke verpackt? Mit oder ohne Schleife? Das waren nur ein paar Fragen, die mir so durch den Kopf gingen und die ich dieses Mal nur teilweise für mich beantworten konnte.

Brot im Glas mit RumtopfZumindest beim Thema Geschenke haben wir für uns wieder eine schöne Lösung gefunden. Hier hatten wir uns für eine Brotbackmischung im Glas und unseren im Sommer angesetzten Rumtopf entschieden.

Die Brotbackmischung und die Inspiration zur Umsetzung haben wir auf dem Blog „Zimtkeks und Apfeltarte“ gefunden. Hier nochmal die Zutaten, die in die Flasche kommen:

200 g Dinkelmehl
200 g Dinkelvollkornmehl
100 g Weizenmehl
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Kürbiskerne
50 g Leinsamen
2 gestr. Tl Salz

An die Flasche hängt man dann noch einen Beutel Trockenhefe und für die Zubereitung benötigt man dann später noch 400 ml lauwarmes Wasser und einen Esslöffel Honig.

Körnerbrotbackmischung
Material und Zutaten (natürlich alles Bio) waren recht einfach zu besorgen. Einen kleinen Knoten im Kopf bekam ich als ich die Zutaten in die Flasche füllen wollte. Ein gewöhnlicher Trichter ist nicht breit genug, es einfach so in den Flaschenhals kippen macht’s nicht einfacher. Ich habe mir dann mit einer etwas stabileren Folie einen eigenen Trichter gebastelt und dann die Zutaten nacheinander in die Flaschen gegeben. Das Ergebnis sieht zauberhaft aus und kam blendend bei den Beschenkten an.

Nach Weihnachten habe ich mich dann erst einmal rundum satt und träge gefühlt, nicht nur des Essens wegen. Nun musste erst einmal das Jahr verdaut werden, es passiert ja doch einiges in 365 Tagen. Zum Ausruhen und Rückblenden blieb dann gar nicht so viel Zeit, da das neue Jahr schon mit großen Schritten angerannt kam und seinerseits mit Vorsätzen, Vorhaben und Wünschen gefüllt werden wollte.

Wir haben uns für das neue Jahr verschiedene Herausforderungen vorgenommen, die wir gern jeweils für einen Monat testen wollen. Wie ist es z.B. einen Monat autofrei zu leben oder keinen Müll zu produzieren? Kann man ausschließlich bio einkaufen oder nur regional und saisonal? Wir werden euch jeden Monat eine Herausforderung vorstellen und wie wir damit umgehen. Dabei geht es uns nicht um einen dogmatischen Umgang mit dem jeweiligen Thema, sondern vielmehr darum einmal zu beleuchten was wir schon jeweils tun und wie wir uns darin noch verbessern können. Seid gespannt, macht mit und berichtet uns von euren Erfahrungen.

Im Januar geht es los mit der Frage: „Ist es sinnvoll ausschließlich bio einzukaufen? Geht das überhaupt?“. REWE, Aldi und Co. sind voll mit Biolebensmitteln, aber sind z.B. Biokartoffeln aus Übersee besser als regionale Kartoffeln aus konventioneller Landwirtschaft? Und gibt es Dinge, die man definitiv nicht bio kaufen kann?

Oh Tannenbaum

Für mich ist es ja eine Premiere: ich stelle zum ersten Mal bei mir zu Hause einen Christbaum auf seit ich bei meine Eltern ausgezogen bin (was jetzt doch schon 8 Jahre her ist).

Da es nicht irgendein Baum aus dem Baumarkt sein soll, der auf einer Plantage gewachsen ist und ordentlich mit Chemie behandelt wurde, haben wir uns entschieden einen Baum auf dem Tannenhof Richter in Beucha zu schlagen – dort sind die Bäume nach eigenen Angaben  zumindest nicht mit Pestiziden und Insektiziden behandelt. (Guter Tipp vom Ökolöwe)

Wer die Wahl hat, hat die Qual… große, kleine, hellgrüne, dunkelgrüne, blaugrüne, runde, schlanke, lustige Bäume und viele mehr gibt es hier!
Während unser Kleinster friedlich an mich gekuschelt schläft, interessieren unser Junior und ich uns besonders für die etwas ausgefalleneren Bäume, während Micha doch nach etwas klassischerem sucht. Auf jeden Fall sind wir uns einig, dass er nicht zu bläulich sein soll und auch nicht so sehr stechen darf…

IMG_0710Und irgendwann sind wir uns einig: DER soll es sein! Ein bisschen klein? Macht nichts, der passt zu uns. Alle sind einverstanden (auch unser Hund, der mag sowieso alle Bäume) und so können meine Jungs den Baum absägen.
Klar ist der Baum etwas teurer als die, die vor Nahkauf stehen, aber wir hatten unsere Freude beim Aussuchen und sind zufrieden.

Macht doch auch einen Familienausflug und sucht den für euch schönsten Baum:
weihnachtsbaum-aus-leipzig.de

Stoffwindel Update

Zu gern würde ich ja schreiben, dass wir jetzt seit zwei Wochen erfolgreich  mit Stoffwindeln wickeln… ist aber leider nicht der Fall. Tagsüber probieren wir damit rum – fragt mich nicht wie viele nasse Bodys ich in letzter Zeit gewechselt hab – und Nachts und unterwegs trägt unser Kleinster Öko-Windeln von Moltex.

Die Mullwindel-Überhosen Variante funktioniert momentan leider nicht, da der kleine Mann für die vorhandenen Überhosen schon zu groß geworden ist. Neue haben wir bisher noch nicht besorgt, da wir eigentlich davon ausgegangen sind jetzt bei seinen 5 kg problemlos auf die Imse Vimse One Size Diaper Windeln umsteigen zu können.
Diese bestehen aus einer Windelüberhose, in welche man zwei Einlagen aus Baumwolle/Bambusviskose Mischgewebe einknöpfen kann.
Da man für kleine Babys die Überhose noch mit Druckknöpfen verkleinert, passt erstmal nur die kleinere der beiden Saugeinlagen hinein. Wir haben daher noch zusätzliche kleine Einlagen aus Baumwolle gekauft.

DSC09136Eine Windel besteht momentan also aus der Überhose, zwei Saugeinlagen und einem Windelvlies, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Das Problem ist: uns laufen die Windeln regelmäßig an den Beinbündchen oder auch oben am Rand aus…
Ist er vielleicht doch noch nicht groß genug für das Windelmodell und seine Beinchen müssen vielleicht erst noch etwas kräftiger werden? Oder haben wir einen kleinen Viel-Piesler und das Saugmaterial ist nicht schnell genug mit dem Aufsaugen?

Nach ausgiebiger Recherche und Fachsimpeln mit den LeLo-Mitarbeiterinnen bin ich zu dem Schluss gekommen, da hilft nur rumprobieren… also teste ich jetzt verschiedenes Saugmaterial und auch noch andere Stoffwindel-Systeme.
Einfache Mullwindeln (Drachenfaltung) unterstützt durch eine Baumwoll-Einlage darüber die Imse Vimse Überhose – funktioniert, saugt meiner Meinung auch ganz gut, aber es kommt doch immer wieder Nass oben am Bund raus… zudem hinterlässt der Bund der Imse Vimse Überhosen am Rücken teilweise unschöne Abdrücke.  Also überzeugt bin ich davon wirklich nicht…

Kurz entschlossen habe ich gebrauchte Totsbots Windeln gekauft. Zwei Bamboozles – von denen man im Internet nur Gutes liest, vor allem als Nachtwindel – eine Easyfit V3 und eine Easyfit V4. Zu den Bamboozles fehlt mir noch eine gute Überhose – ich überlege eine von Hu-da zu kaufen, da diese durch Fleecebündchen besser am Bauch anliegen und keine Abdrücke hinterlassen. Die Easyfits sind jetzt in der Testphase… als All-in-One Windeln haben sie aber auf jeden Fall den Nachteil, dass man sie immer komplett waschen muss und somit sehr viele Windeln bräuchte, wenn man nur damit wickeln möchte.

Ich bin daher sehr gespannt auf die Bamboozles und tendiere aktuell doch wieder dazu mit Mullwindeln zu wickeln, sobald ich eine gute Überhose habe.
To be continued…

Was tun mit 153 Kilo Quitten?

Die Frage hätte auch lauten können: „Was tun mit Quitten?“. Ich habe immer noch das Gefühl, dass die Quitte ein eher unbekanntes Obst ist. Und wenn man dann noch erzählt, dass es sogar Apfel- und Birnenquitten gibt, sieht man erst recht die Fragezeichen in den Augen seines Gegenübers. Apfelquitte Mir stellt sich die Frage nicht mehr. Wir haben seit Jahren einen Quittenbaum im Garten und alle Jahre wieder werden aus den Quitten verschiedenste Dinge gemacht. Die Klassiker sind dabei Saft, Gelee und Kompott. Und so war es auch dieses Jahr.

Nachdem der Baum vor 2 Jahren 136 Kilo abgeworfen hatte, musste ich ihn im Frühjahr des Folgejahres ein bisschen zurückschneiden, weil der Nachbar freundlich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass einige Äste über seinem Grundstück hingen. Den Verschnitt hat der Baum mir wohl etwas übel genommen, weil er dann letztes Jahr keine einzige Quitte getragen hat. Aber das Glück ist ja bekanntlich mit den Geduldigen und so wurden wir dann dieses Jahr Äste voller Quittenmit einer neuen Rekordernte von 153 Kilo belohnt. Dank einiger fleißiger Erntehelfer war der Baum innerhalb von 2 Stunden abgeerntet und die Quitten in Säcken verstaut. Der Junior hatte am meisten Spaß daran: Baum schütteln, Quitten runterschlagen, einsammeln und in Säcke füllen, das alles sind Aufgaben bei denen auch die Kleinsten gern helfen.

Wir haben es uns dieses Jahr dann sehr einfach gemacht und 146 Kilo zur Kelterei gebracht – war das ein herrlicher Duft im Auto – um daraus Saft machen zu lassen. Wir fahren seit Jahren zur Kelterei Bunge nach Holzhausen. Hier ist es seit nun mehr fast 80 Jahren Tradition aus reifen Früchten Saft, Wein oder Sekt zu machen. Der Deal ist denkbar einfach: Man bringt sein Obst hin und für jedes Kilo Obst, erhält man später für einen schmalen Taler einen Liter Saft. Das Beste daran: Den Saft gibt es in Mehrweg-Glasflaschen, damit schont man dann noch die Umwelt. Dieses Jahr sind alle Früchte durch, aber für das nächste Jahr lohnt sich schon mal das Vormerken der Obstannahmetermine:
Kelterei Bungefür Rhabarber und Beeren ab Mitte Juni
für Kirschen Anfang Juli
für Äpfel und Birnen Mitte ab August
für Quitten und Weintrauben ab Mitte September

Nun freuen wir uns erstmal auf 146 Flaschen Quittensaft, die wir uns dann im Januar abholen können.


 

Warum ich Halloween ein bisschen mag

Ich mag ja Halloween nicht so. Mal wieder ein Anlass für viele Geschäfte irgendwelche quietschbunten oder zuckersüßen Sondereditionen von irgendwas in die Regale zu stellen. Allerorts hängt irgendwas zum Gruseln – als gäbe es nicht schon genug Gruseliges in der Welt. Das fängt inzwischen schon Anfang Oktober an und hört dann auch erst Mitte November wieder auf. Und vom Herbst mit seinen Kastanien, den bunten Blättern, Äpfeln, Kürbissen und Co. bleibt meist nicht mehr viel übrig.

Ein was mag ich an Halloween dann aber doch: die Kürbisse und das Schnitzen. Ich finde es (ent)spannend mir ein schönes Gesicht rauszusuchen und es dann Stück für Stück aus dem Kürbis herauszuarbeiten. Gerade das Schnitzen entfaltet in mir regelrecht eine kleine Meditation.

Am Ende stellt sich dann immer die Frage: Was macht man mit dem ganzen Kürbisfleisch? Je nachdem was für einen Kürbis man nimmt und wie groß die Motivation beim Aushöhlen ist, hat man am Ende zwischen 500 und 1.500 g Fruchtfleisch. Ich hatte diesmal ziemlich genau 1.000 g. Daraus habe ich zum einen ganz klassisch eine Suppe gemacht, mit dem anderen Teil habe ich eine Kürbis-Apfel-Marmelade ausprobiert. Und das ging so:

Man nehme 500 g Kürbisfleisch, 500 g geschälte Äpfel, 500 g Gelierzucker 2:1, 50 ml Apfelsaft,  Saft einer Zitrone etwas Wasser und Zimt.

Zuerst wird der Kürbis mit einer Tasse Wasser ca. 10 bis 15 Minuten weich gekocht. Während dessen kann man die Äpfel schälen und grob raspeln oder klein schneiden. Wenn der Kürbis weich ist, wird er gemeinsam mit dem Apfel- und dem Zitronensaft püriert und anschließend mit den Äpfeln, dem Zucker und etwas Zimt vermischt. Dann wird die Masse entsprechend der Anleitung auf dem Gelierzucker aufgekocht. Zum Schluss wird alles in heiß ausgespülte Gläser gefüllt, kräftig zugeschraubt und 10 Minuten auf dem Kopf gestellt. Lecker ist es geworden!
Was macht ihr denn alles aus dem Kürbisfleisch?