Im Rausch der Weichmacher

Nachdem wir uns das letzte halbe Jahr auf unseren bedürfnisintensiven Junior konzentriert haben, kehrt langsam wieder Ruhe in die Abende ein und damit die Möglichkeit uns wieder um unseren Blog zu kümmern. Interessante Themen springen uns wieder ins Auge und damit sprudeln auch wieder die Ideen was und worüber man schreiben möchte.

Vor kurzem lief in der ARD Mediathek die Doku „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“, über die ich an dieser Stelle eigentlich schreiben wollte. Leider waren wir einen Tag zu spät dran und konnten sie uns nicht mehr anschauen. Hier aber mal der Trailer:

Statt dessen schauten wir dann die nicht weniger interessante Doku „Plastic Planet“ von Werner Boote. Wir hatten schon immer mal rumgesponnen wie es wohl wäre plastikfrei oder zumindest plastikarm zu leben und so war das ebenso ein willkommenes Thema für unsere Abendunterhaltung.

Plastic Planet Beitragsbild

Werner Boote zeigt in seiner eineinhalbstündigen Doku auf, dass wir nach Steinzeit, Bronzezeit und Industrialisierung inzwischen im Plastikzeitalter angekommen sind. Plastik ist allgegenwärtig: in unserer Kleidung, um unsere Nahrungsmittel, in unseren Kosmetika, unter der Erde, über der Erde, im Wasser der Weltmeere und so weiter und so fort. Es wurde inzwischen so viel Kunststoff produziert, dass man die Erde sechs Mal in Plastikfolie einwickeln könnte.

Plastik und Kunsstoffe verursachen eine Vielzahl von Problemen. Es entstehen riesige Müllberge, Plastikabfälle verschmutzen die Weltmeere und Wüsten und viele Kunststoffe und deren Inhaltsstoffe stehen im Verdacht Gesundheitsschäden hervorzurufen. Werner Boote zeichnet eine Welt, die ohne Plastik nicht mehr existieren kann und gleichzeitig lernen muss mit den Herausforderungen, Problemen und Risiken umzugehen.

Anschauen lohnt sich! Wer jetzt neugierig geworden ist, findet die Dokumentation auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

Und was denken wir über den Film und über Kunststoffe? Die Doku fanden wir sehr gut. Sie ist leicht verständlich und teilweise sogar recht unterhaltsam. Man bekommt ein sehr gutes Gefühl dafür wo um uns herum überall Kunststoffe existieren und welche Probleme damit einhergehen. Man sieht die Welt anschließend schon mit anderen Augen. Leider kommen die Alternativen ein bisschen zu kurz, weshalb wir am Ende leicht deprimiert waren, da man das Gefühl hat irgendwie nicht wirklich etwas tun zu können.

Für mich persönlich steckt der größte Wiederspruch nach wie vor darin, dass man vermeintlich nachhaltige Produkte in Plastik wickelt. Das fängt z.B. bei der Bio-Gurke an. Da will man bewusst leben und wird so schnell wieder ausgebremst. Am Ende ist ein plastikfreies Leben also vielleicht eine Utopie. Unser Anspruch ist aber zumindest so plastikarm wie möglich zu leben und bewusst zu entscheiden wo wir Kunststoffe akzeptieren können und wo nicht. Mit jeder Neuanschaffung im Haushalt werden wir uns sehr genau überlegen ob es vielleicht auch eine plastikfreie Alternative gibt. Ein paar kleine Veränderungen im Alltag kann jeder schhnell umsetzen:

  • Seife am Stück statt Flüssigseife aus dem Spender
  • eigener Thermobecher statt Coffee to-go
  • Glasflaschen statt Einwegflaschen
  • Jutebeutel statt Einkaufstüte
  • Kochlöffel aus Holz statt aus Plaste

Und dann gibt es da noch sogenannte Bio-Kunststoffe – Kunststoffe, die z.B. aus Maisstärke hergestellt werden und biologisch abbaubar sind. Deren Produktion ist noch recht aufwändig und die Verbreitung noch recht gering. Aber es bleibt zu hoffen, dass diese Kunststoffe mal zu einer echten Alternative werden, wenn die Frage nach dem Anbau der Rohstoffe einmal geklärt ist.

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